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Glossar · Schadstoffe · BBodSchV

Schwermetalle im Boden.

Schwermetalle im Boden sind metallische Elemente, die oberhalb bestimmter Konzentrationen Gesundheits- und Umweltrisiken auslösen können. Für deutsche Böden listet die BBodSchV §4 sieben besonders relevante: Cadmium, Blei, Arsen, Quecksilber, Kupfer, Nickel und Zink. Anders als organische Schadstoffe bauen sie sich nicht ab. Einmal im Oberboden, bleiben sie dort über Jahrzehnte messbar.

Cadmium Blei Arsen Quecksilber Kupfer Nickel Zink Sanierung
Maßnahmewerte für Wohngebiete · BBodSchV-Anlage 2 · mg/kg
1 10 100 1000 Cadmium (Cd) 20 Blei (Pb) 400 Arsen (As) 50 Quecksilber (Hg) 20 PAK (Σ 16) 4 PCB 0,8 Maßnahmewert · ab dieser Konzentration ist Sanierung erforderlich

Logarithmische Skala, die Werte spreizen über drei Größenordnungen. PCB ist toxischer als Blei und braucht entsprechend strengere Schwellen. Vorsorgewerte (vorbeugend) liegen typisch um Faktor 20 bis 50 niedriger als die hier gezeigten Maßnahmewerte.

Cadmium (Cd)

Cadmium wandert von allen sieben Schwermetallen am stärksten aus dem Boden in die Pflanze. Hauptquellen sind phosphathaltige Mineraldünger (Cadmium-Verunreinigung im Rohphosphat aus Marokko und Russland), Klärschlamm-Ausbringung auf Äckern, Reifenabrieb in straßennahen Böden und früher die Galvanik-Industrie.

Die BBodSchV-Schwellen hängen vom Bodentyp ab: der Vorsorgewert liegt bei 0,4 mg/kg im Sandboden, 1,0 mg/kg im Lehmboden, 1,5 mg/kg im Tonboden. Der Maßnahmewert für direkten Kontakt liegt bei 10 mg/kg auf Kinderspielflächen, 20 mg/kg in Wohngebieten. Cadmium reichert sich besonders in Blatt- und Wurzelgemüse an. Auf belasteten Böden hilft ein Hochbeet mit unbelasteter Erde als wirksame Schutzmaßnahme.

Blei (Pb)

Blei ist das langlebigste der sieben Schwermetalle: einmal im Oberboden eingelagert, bleibt es dort über Jahrhunderte. Hauptquellen sind verbleites Benzin (in DE bis 1996 verkauft, heute noch in straßennahen Böden bis 5 m Abstand messbar), historische Schmieden und Schießstände, alte Schrotthalden und Bleirohre.

Der BBodSchV-Maßnahmewert für direkten Kontakt liegt bei 200 mg/kg auf Kinderspielflächen und 400 mg/kg in Wohngebieten. Der Vorsorgewert beträgt 70 mg/kg im Sandboden. Pflanzen nehmen Blei kaum über die Wurzel auf, das Hauptrisiko ist Staub-Eintrag auf Blattoberflächen. Blattgemüse aus dem Garten sollte deshalb vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Arsen (As)

Arsen ist in Deutschland überwiegend geogen, also natürlichen Ursprungs. Erhöhte Werte kommen typisch in Granit-Verwitterungsböden vor: Schwarzwald, Erzgebirge, Bayerischer Wald. Vom Menschen verursacht sind dagegen die historische Holzimprägnierung mit Chromated Copper Arsenate (CCA, in DE seit 2003 verboten), Schmelzhütten und Pflanzenschutzmittel mit Bleiarsenat (in DE bis 1942 zugelassen).

Der BBodSchV-Vorsorgewert liegt bei 10 mg/kg im Sandboden und 20 mg/kg in Lehm- und Tonboden, der Maßnahmewert für direkten Kontakt bei 25 mg/kg auf Kinderspielflächen. Arsen ist trinkwasserrelevant: in geogen belasteten Regionen können Hausbrunnen den WHO-Grenzwert von 10 µg/L überschreiten. Wer einen Hausbrunnen zur Eigenversorgung nutzt, sollte das Wasser analysieren lassen.

Quecksilber (Hg)

Quecksilber-Belastungen sind in Deutschland heute selten geworden. Seit dem Minamata-Übereinkommen 2013 ist das Element in Industrieanwendungen weitgehend ersetzt. Historische Hotspots sind Standorte der Chloralkali-Elektrolyse (Bitterfeld, Wolfen), historischer Goldbergbau (Spessart, Niederlausitz) und Zellstofffabriken.

Der BBodSchV-Maßnahmewert für direkten Kontakt liegt bei 10 mg/kg auf Kinderspielflächen, 20 mg/kg in Wohngebieten und 50 mg/kg in Park- und Freizeitanlagen. Quecksilber ist vor allem über die Atemluft kritisch (als Hg-Dampf), weniger über die Pflanzen-Aufnahme. Auf belasteten Böden gilt: nicht offen umgraben.

Kupfer (Cu)

Kupfer ist als Spurenelement für Pflanzen lebenswichtig. In landwirtschaftlich genutzten Böden reichert es sich aber oft an, durch Weinbau-Spritzmittel (Bordeaux-Brühe), Schweinemast-Düngung und historische Pestizide.

Der BBodSchV-Vorsorgewert liegt bei 20 mg/kg im Sandboden und 60 mg/kg im Lehmboden. Weinbau-Lagen erreichen häufig 100 bis 300 mg/kg. Für Menschen ist die akute Toxizität niedrig, für Bodenmikroorganismen wirkt Kupfer aber schon ab 50 mg/kg hemmend, was die natürliche Abbauleistung des Bodens schwächt. Im ökologischen Weinbau ist Kupfer-Eintrag seit 2019 EU-weit auf 28 kg/ha über sieben Jahre begrenzt.

Nickel (Ni)

Nickel ist überwiegend geogen, also natürlichen Ursprungs. Es kommt vor allem in sogenannten ultramafischen Gesteinen vor, eisen-magnesium-reichen Mantelgesteinen wie Serpentinit und Peridotit. In Deutschland stehen sie im Harz, Bayerischen Wald und in Sachsen an. Vom Menschen verursacht sind Edelstahl-Recycling, Nickel-Cadmium-Batterien (vor 2009) und Galvanik-Standorte.

Der BBodSchV-Vorsorgewert liegt bei 15 mg/kg im Sandboden, 50 mg/kg im Lehmboden, 70 mg/kg im Tonboden. Nickel-Allergie ist eine der häufigsten Kontaktallergien überhaupt, der Bodenkontakt ist aber selten der Auslöser. Relevant ist eher die Pflanzen-Aufnahme: in Serpentinit-Böden kann sie so stark sein, dass Gemüseanbau dort nicht empfohlen wird.

Zink (Zn)

Zink ist das häufigste der sieben Schwermetalle. Es findet sich praktisch überall, über Reifenabrieb, verzinkte Dachrinnen, Klärschlamm und früher Hüttenwerks-Emissionen.

Der BBodSchV-Vorsorgewert liegt bei 60 mg/kg im Sandboden, 150 mg/kg im Lehmboden, 200 mg/kg im Tonboden. Für Menschen ist Zink als Spurenelement essentiell, die akute Toxizität ist gering. Über 300 mg/kg hemmt es allerdings das Bodenleben. Weil Zink häufig zusammen mit anderen Schwermetallen auftritt, dient es als Indikatorelement für allgemeine industrielle oder verkehrsbedingte Belastung.

Sanierungs-Optionen

Drei Hauptverfahren werden eingesetzt:

Die Wahl der Methode ist immer mit der unteren Bodenschutzbehörde abzustimmen.

Quellen

Verlinkung geprüft am 09.05.2026.

Verwandte Begriffe

BBodSchV (Schwellwerte) · Altlast-Definition · EU-Bodenrichtlinie · Pflanzen-Aufnahme · Düngeverordnung

Häufige Fragen

Was Gartenbesitzer und Landwirte am häufigsten fragen.

Welche Schwermetalle nehmen Pflanzen am stärksten auf?
Cadmium ist der mit Abstand mobilste Wurzel-Aufnahme-Kandidat, vor allem bei niedrigem pH-Wert (unter 6,5). Reis, Salat, Spinat und einige Kohlsorten reichern Cadmium besonders an. Blei wird im Vergleich kaum über die Wurzel aufgenommen, kontaminiert aber Blattoberflächen über Staubeintrag. Arsen ist in seiner anorganischen Form pflanzen-mobil und reichert sich vor allem in Reis an. Quecksilber, Kupfer und Nickel verbleiben überwiegend in der Wurzelschicht.
Sind die BBodSchV-Schwellwerte Verbots- oder Maßnahmewerte?
Die BBodSchV unterscheidet drei Stufen: Vorsorgewerte (vorbeugend, in §8), Prüfwerte (Verdacht auf Gefahr, weitere Untersuchung nötig) und Maßnahmewerte (Gefahr bestätigt, Sanierung erforderlich). Eine Überschreitung des Vorsorgewerts ist kein Verbot, sie führt zu Auflagen für künftige Bodenveränderungen. Die Prüfwerte triggern eine Detailuntersuchung; erst die Maßnahmewerte zwingen zu Sanierung. Welche Stufe gilt, hängt vom Wirkungspfad und der Bodennutzung ab.
Wie sanieren bei einer auffälligen Ampel?
Eine auffällige Ampel im Bodenbericht ist ein Indikator, kein Befund. Erster Schritt ist eine Phase-1-Bodenuntersuchung mit Bohrungen und Laboranalyse, typische Kosten 1.500 bis 5.000 €. Ergibt diese eine Überschreitung des Maßnahmewerts, kommen je nach Tiefe und Schadstoff Bodenaustausch (10.000 bis 30.000 € punktuell), Phytoremediation (10.000 bis 50.000 € über mehrere Jahre, vor allem bei Cadmium und Zink), oder Immobilisierung mit Bodenzusätzen wie Eisenoxiden in Frage. Die untere Bodenschutzbehörde gibt für jede Sanierungsmethode die behördliche Zustimmung.
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