1 · Warum Leipzig kein Bergbau-Standardfall ist
Tagebau hat ein anderes Bewegungs-Muster als Tiefbau: Statt punktueller Schachtansatzpunkte gibt es großflächige Ausgrabungen, Verkippungen und Restlöcher. Im Leipziger Süden wurden diese Restlöcher seit den 1990ern geflutet, das Leipziger Neuseenland. Setzung der Verkippungen läuft heute noch, der Grundwasser-Wiederanstieg im gesamten Großraum hebt teilweise Stadtgebiete um wenige Millimeter pro Jahr.
Gleichzeitig ist der Untergrund von Quellton durchzogen (Geiseltal-Formation, sächsische Trias-Tone). Diese Tone reagieren stark auf Grundwasser-Schwankungen: bei steigendem Pegel quellen sie, bei Trockenheit schrumpfen sie. Das erzeugt Hebungs-/Senkungs-Zyklen, die nichts mit Bergbau zu tun haben, die Satelliten-Zeitreihe sieht beide Treiber.
2 · Was die Satellitenmessung typisch zeigt
Im dichten Stadtgebiet (Zentrum, Plagwitz, Schleußig, Connewitz, Reudnitz) liefert die EU-Satelliten-Bewegungsmessung typisch 70 bis 100 Messpunkte pro 500-m-Radius. Im äußeren Ring und in Markkleeberg ist die Dichte etwas niedriger.
- Innerstädtische Adressen: stabil bis leicht hebend (0 bis +2 mm/Jahr) mit saisonaler Quellton-Welle.
- Südlicher Stadtrand (Markkleeberg, Probstheida, Tagebau-Restlöcher): aktivere Hebungs- und Setzungs-Muster, Verkippungen setzen sich, angrenzende Stadtgebiete heben sich.
- Verkippungs-Ränder: Auseinanderlaufen der Bewegung als Auffälligkeit, die der Vollbericht klassifiziert.
3 · Wie der Adress-Check abläuft
Sie geben eine Leipziger Adresse ein. Wir laden die Satelliten-Messpunkte im 500-m-Radius, gewichten sie nach Distanz zum Haus und klassifizieren die mittlere Geschwindigkeit in eine internationale Schadens-Klasse 1 bis 6. Karte, Zeitreihe und Ampel kommen per Mail. Der Vollbericht ergänzt um den Verschnitt mit dem Bergbaufolgelandschafts-Layer der LMBV, der amtlichen Geologie mit Markierung der Tonschichten und die Hochwasser-Lage an Weißer Elster, Pleiße und Parthe.
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