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Bodenbewegung · Deutschland · 22 Bergbau-Städte

Bergbau-Wende: was die Satellitendaten zeigen.

Der europäische Bodenbewegungsdienst EGMS misst seit 2020 millimetergenau, wie sich der Untergrund in deutschen Städten bewegt. Wir haben für 22 Bergbau-Städte in fünf Regionen (Rheinisches Revier, Ruhrgebiet, Lausitz, Mitteldeutsches Revier, Saarland, plus Ibbenbüren in Westfalen) die EGMS-Vertikalvelocity 2020 bis 2024 auf das tatsächliche Wohngebiets-Polygon verschnitten. Das Bild zeigt fünf sehr unterschiedliche Mechanismen, drei aktive Sümpfungs-Hotspots, zwei Hebungs-Belege und eine politische Lehre über zwei sehr verschiedene Konzepte für die Zeit nach dem Bergbau.

Stand: 2026-05-27 Lesezeit: ca. 9 min Quellen: Copernicus EGMS · RAG · LMBV · OSM · BGR BBD
Hinweis zum Geltungsbereich: Die Zahlen in diesem Artikel beruhen auf 10,8 Millionen Messpunkten des European Ground Motion Service für Deutschland, Periode 2020 bis 2024, vertikale Geschwindigkeitskomponente. Wir werten 22 Städte aus, die in einer Bergbau-Region liegen oder Wasserhaltungs-Standort eines früheren Bergwerks sind. Die methodischen Aussagen (Persistent-Scatterer-Interferometrie, Polygon-Schnitt, Konter-Sicherheit) gelten EU-weit für alle Länder mit EGMS-Coverage. Eine niederländische Auswertung folgt auf der Basis von 3,3 Millionen NL-Messpunkten der Vorgänger-Periode 2019 bis 2023.
EGMS-Auswertung Deutschland22 Bergbau-Städte · Wohngebiets-Schnitt · 2020 bis 2024
Niederzier
94,2 %
EGMS-Auswertung 2020 bis 2024 für 22 deutsche Bergbau-Städte: Rhein-Revier, Ruhrgebiet, Lausitz, Mitteldeutsches Revier, Saarland, Westfalen
22 Bergbau-Städte in Deutschland. Anteil der EGMS-Messpunkte im Wohngebiet mit Bewegung über zwei Millimeter pro Jahr. Marker-Größe = Anteil; Farbe: rot = Senkung dominant, blau = Hebung dominant, grau = unter fünf Prozent bewegt. Datengrundlage: Copernicus EGMS L3 Vertikalvelocity.

Kurzfassung

22 Bergbau-Städte in Deutschland. Fünf Mechanismen, fünf sehr unterschiedliche Befunde, eine wiederkehrende Methodenfrage.

Mechanismus 1 · Senkung

Aktive Sümpfung im Tagebau

94,2 %Niederzier am Hambach, Senkung über 2 mm/Jahr

Schärfster Befund DE. Im Rheinischen Braunkohlerevier laufen die RWE-Tagebaue mit voller Pumpkapazität. In Bedburg (Garzweiler): 60,8 % / 30,3 %.

Mechanismus 2 · Senkung

Zentrale Wasserhaltung im Ruhr

87,1 %Dinslaken, Wasserhaltung Lohberg, Senkung über 2 mm/Jahr

Solange RAG-Pumpen tief halten, sinkt das Wohngebiet darüber. Bergkamen (Haus Aden) 44,5 %, Bottrop 57,4 %, Gelsenkirchen 53,6 %.

Mechanismus 3 · Hebung

Druckloser Abfluss in Ibbenbüren

28,0 %Ibbenbüren, Hebung über 2 mm/Jahr (13,1 % über 5)

Gleicher Zechen-Schließungs-Termin Dezember 2018 wie Bottrop. Anderes Wasserhaltungs-Konzept, anderes Ergebnis: Grubenwasser steigt drucklos auf Zielniveau.

Mechanismus 4 · Hebung

Kontrollierte Flutung am Ostsee

68 %Cottbus NO-Quadrant Richtung Cottbuser Ostsee

Im Wohngebiet 18,2 %. LMBV-Flutung läuft seit April 2019. Hebung folgt dem Wasser: je näher am künftigen See, desto stärker der Effekt; ab acht Kilometern Entfernung fällt er deutlich ab.

Mechanismus 5 · Ruhig

Verfahren noch nicht aktiv

0,9 %Saarbrücken-Wohngebiet, Hintergrund-Rauschen

Im Saarland ist die Ruhe nicht geologisch: gegen die raumordnerische Zulassung des Grubenwasser-Anstiegs läuft eine Klage, das Verfahren hat noch nicht begonnen. Auch das Mitteldeutsche Revier und nicht-aktive Lausitz-Städte bleiben unter 5 %.

Methodische Klarstellung: Die spektakulären Zahlen aus dem 5-Kilometer-Kreis sind oft nicht das, was Hauskäufer betrifft. Weißwasser zeigt im 5-Kilometer-Kreis 29,5 % Senkung über fünf Millimetern pro Jahr und Einzelwerte bis zu −74 Millimeter. Sobald wir auf das tatsächliche Wohngebiets-Polygon schneiden, sind es 0 %. Die Bewegung ist real, sie liegt aber im Tagebau-Vorfeld Nochten, nicht in der bewohnten Stadt. Genau dieselbe Korrektur wirkt in Jüchen, Inden und Hohenmölsen, wo das Tagebau-Vorfeld die 5-Kilometer-Statistik verzerrt.
Wie wir das messen: EGMS und die Polygon-Frage

Der European Ground Motion Service ist ein Datendienst des Copernicus-Programms der Europäischen Union. Grundlage sind die Sentinel-1-Satelliten, die etwa alle sechs Tage die gleiche Stelle der Erde überfliegen und mit Radarsignalen vermessen. Aus der Phasenverschiebung zwischen mehreren hundert Überflügen rechnet die Persistent-Scatterer-Interferometrie für jeden stabilen Reflektionspunkt (Gebäudedach, Brückenpfeiler, Straßenkante) die Bewegungsgeschwindigkeit aus. Die Genauigkeit liegt im Bereich weniger Millimeter pro Jahr.

Das aktuelle Release deckt die Periode 2020 bis 2024 ab. Für Deutschland enthält es 10,8 Millionen Vertikalvelocity-Messpunkte, eine Zunahme von rund 36 % gegenüber dem Vorgänger-Release 2019 bis 2023. Die Daten sind unter der Lizenz CC BY 4.0 frei für den kommerziellen Gebrauch nutzbar, mit Pflicht zur Quellennennung.

Eine zentrale methodische Frage bei jeder Stadt-Aussage ist: Welches Polygon nehmen wir? Drei Varianten kommen in Frage. Der 5-Kilometer-Kreis um den Stadtmittelpunkt ist die häufigste Wahl, weil er nur eine Koordinate braucht; er zieht aber bei Tagebau-Nähe einen Großteil der Tagebau- und Haldenflächen mit hinein. Das Stadt-Verwaltungs-Polygon ist das amtliche Stadtgebiet; es enthält in vielen Fällen eingemeindete Tagebau- oder Restsee-Flächen und ist deshalb nicht immer das, was Anwohner meinen. Der Residential-Schnitt, also der Verschnitt von landuse=residential-Flächen aus OpenStreetMap mit dem Stadtgebiet, liefert die Polygone, die tatsächlich Wohnadressen enthalten.

Wir nutzen in diesem Artikel alle drei Methoden, aber unsere Headlines stehen ausschließlich auf dem Residential-Schnitt. Damit halten die Aussagen auch dem Einwand stand, sie würden Tagebau-Vorfeld mit Wohngebiet verwechseln.

18,2 %
Cottbus, WohngebietHebung über 2 mm/Jahr · im nordöstlichen Quadranten Richtung Ostsee sogar 68 %

Cottbus: wie sich der Cottbuser Ostsee in das Stadtgebiet hebt

Der Tagebau Cottbus-Nord war bis 2015 in Betrieb. Seit Anfang 2019 läuft die LMBV-Flutung des Restlochs mit Wasser aus der Spree. Bei voller Füllung wird der Cottbuser Ostsee mit 19 km² der größte künstliche See Deutschlands sein. Der Grundwasserspiegel rund um den See steigt im Zuge der Flutung wieder an, und das macht den Untergrund leichter heben.

Das EGMS-Signal bestätigt diesen Mechanismus mit einer Klarheit, die in Bodenbewegungsdaten selten ist. Im 5-Kilometer-Kreis um den Cottbuser Stadtmittelpunkt heben sich 23,9 % der Messpunkte mit über zwei Millimetern pro Jahr, im Stadt-Verwaltungs-Polygon 32,0 %, im Residential-Schnitt 18,2 %. Ein Drittel des Cottbuser Wohngebiets liegt also in einer Zone, die sich tatsächlich messbar nach oben bewegt.

Wirklich aussagekräftig wird die Auswertung, wenn wir das 5-Kilometer-Polygon in Himmelsrichtungen aufteilen:

Quadrant um Cottbus-Zentrum n Messpunkte Hebung > 2 mm Hebung > 5 mm Median mm/a
Nordosten (Richtung Cottbuser Ostsee)1.31368,0 %17,5 %+3,32
Südosten (Richtung Welzow-Süd)88815,7 %0,1 %+1,27
Nordwesten1.0040,3 %0,0 %+0,73
Südwesten1.1450,3 %0,0 %+0,54

Im nordöstlichen Quadranten, dem Sektor Richtung Cottbuser Ostsee, heben sich 68 % aller Messpunkte über zwei Millimetern pro Jahr. Der Median liegt bei +3,3 Millimetern. Die beiden westlichen Quadranten zeigen praktisch keine Hebung, die südöstliche Richtung zum aktiven Tagebau Welzow-Süd liegt dazwischen. Wer aus der Bewegungs-Karte den Mechanismus nicht erkennen würde, kann es aus der Geographie: Hebung folgt dem Wasser.

Eine zweite Sicht zeigt das Distanz-Profil zum Ostsee-Zentrum. Innerhalb von zwei bis acht Kilometern Entfernung zur künftigen Wasserfläche heben sich zwischen 70 % und 83 % aller Messpunkte mit mehr als zwei Millimetern pro Jahr. Ab acht Kilometern Distanz fällt der Anteil auf 12,7 %. Eine lehrbuchartige Abnahme mit der Entfernung, gemessen aus dem All.

Eine Beobachtung ist allerdings wert, ehrlich zu nennen: die Hebung im Cottbuser Wohngebiet ist im aktuellen Fenster etwas schwächer als in der Vorperiode 2019 bis 2023. Damals hoben sich 24,7 % der Wohngebiets-Messpunkte über zwei Millimetern pro Jahr, heute 18,2 %. Eine plausible Lesart: die schnellste Anfangs-Phase der Ostsee-Flutung (Beginn der Flutung im April 2019) hat den stärksten Hebungs-Impuls gegeben, danach pendelt sich der Mechanismus auf einem etwas niedrigeren Niveau ein. Eine zweite Lesart: das ist ein Statistik-Artefakt der überlappenden Vier-Jahres-Fenster, in denen 2019 stark heben und 2024 schwach heben gemittelt wird. Welche Lesart richtig ist, lässt sich aus den zwei Releases allein nicht entscheiden.

Cottbus: Hebung 2020 bis 2024 nach Quadranten um den Stadtmittelpunkt
Cottbus, 5-Kilometer-Kreis. Die Hebung konzentriert sich auf den nordöstlichen Quadranten. Datengrundlage: EGMS L3 Vertikalvelocity 2020 bis 2024.
94,2 %
Niederzier am HambachWohngebiets-Senkung über 2 mm/Jahr · 75,8 % über 5 mm · Median −6,0 mm

Rheinisches Revier: aktive Sümpfung als schärfster Befund Deutschlands

Anders als das Ruhrgebiet ist das Rheinische Braunkohlerevier noch im aktiven Bergbau. Die RWE Power AG betreibt die Tagebaue Hambach, Garzweiler und Inden weiterhin, das Auslaufdatum für den Braunkohleausstieg wurde im Kohlekompromiss 2020 auf 2030 vorgezogen. Während aktive Tagebaue laufen, muss das anstehende Grundwasser an der Tagebau-Sohle gehalten werden, sonst säuft der Tagebau ab. Diese Sümpfung läuft mit voller Pumpkapazität und senkt den Grundwasserspiegel im Umfeld dramatisch ab. EGMS sieht das direkt.

Im Wohngebiet Niederzier (direkt am Tagebau Hambach) senken sich 94,2 % der Messpunkte mit über zwei Millimetern pro Jahr, 75,8 % mit über fünf. Der Median im Wohngebiet liegt bei −6,0 Millimetern pro Jahr; das sind über zehn Jahre rund sechs Zentimeter Bewegung an einer durchschnittlichen Adresse, nicht im Tagebau-Vorfeld, sondern unter den Häusern. Im benachbarten Bedburg (Garzweiler-Nordfeld) sind es 60,8 % beziehungsweise 30,3 %. Erkelenz, die Stadt von Lützerath, kommt im Wohngebiets-Schnitt auf 31,5 % über zwei Millimeter und 5,4 % über fünf. Inden zeigt ein gemischtes Bild: 17,5 % Senkung über zwei Millimeter und gleichzeitig 10,2 % Hebung über zwei Millimeter, ein Hinweis auf den parallel laufenden Umsiedlungs- und Rekultivierungs-Prozess.

Diese Werte sind im DE-weiten Vergleich extrem. Selbst im Weißwasser-Tagebau-Vorfeld liegen die Maximalwerte unter denen von Niederzier. Wer eine Immobilie im westlichen Niederzier oder im Bedburger Norden kauft, kauft direkt im aktiven Sümpfungstrichter, das ist eine ganz andere Käufer-Situation als ein Ruhrgebiet-Wohnhaus über einer alten Steinkohle-Wasserhaltung.

87,1 %
Dinslaken, Wasserhaltung LohbergWohngebiets-Senkung über 2 mm/Jahr · Anstieg ist noch nicht angekommen

Ruhrgebiet: der Anstieg ist noch nicht angekommen

Mit der Schließung der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop endete im Dezember 2018 der deutsche Steinkohlenbergbau. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm den Abschied entgegen, und in der öffentlichen Diskussion war seither immer wieder die Erwartung formuliert worden, dass das Ruhrgebiet sich nun heben würde, weil das Grubenwasser-Pumpregime stufenweise auf ein höheres Zielniveau zurückgefahren wird und der Wasserspiegel im Untergrund ansteigt.

Das Integrale Monitoring des Grubenwasseranstiegs wurde am 25. August 2020 in Gladbeck offiziell gestartet, also fast exakt am Beginn unseres EGMS-Datenfensters. Sechs zentrale Wasserhaltungsstandorte sind vorgesehen, darunter Lohberg in Dinslaken und Haus Aden in Bergkamen. Das aktuelle Wasserniveau an Haus Aden liegt bei etwa −750 Meter NHN, das Zielniveau bei −380 Meter; erreicht werden soll es Mitte der 2030er Jahre. Alle Umbau-Maßnahmen sollen bis 2035 abgeschlossen sein.

Damit liegt der gesamte Beobachtungszeitraum 2020 bis 2024 in der frühen Phase eines geplanten, sehr langsamen Anstiegs. Im Wohngebiets-Schnitt heben sich in keiner der untersuchten Ruhrstädte nennenswert Messpunkte. Stattdessen senkt sich der Untergrund weiter, und in der aktuellen Periode messbar stärker als in der Vorperiode 2019 bis 2023. Das widerspricht dem Konzept nicht; es entspricht ihm.

Besonders deutlich zeigt sich der Effekt im direkten Umfeld der zwei zentralen Wasserhaltungs-Standorte. In Dinslaken, wo die Wasserhaltung Lohberg steht, senken sich 87,1 % der Wohngebiets-Messpunkte über zwei Millimeter pro Jahr. In Bergkamen, wo die Wasserhaltung Haus Aden steht, sind es 44,5 % über zwei und 16,6 % über fünf Millimeter pro Jahr. Das ist intuitiv lesbar: dort, wo das Grubenwasser aktiv tief gehalten wird, sinkt das Wohngebiet darüber mit ab. Die anderen Ruhrstädte (Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen) liegen geografisch und hydrologisch zwischen den Wasserhaltungs-Standorten und zeigen Senkungs-Anteile von 39 bis 57 Prozent.

Wohngebiet n Messpunkte Hebung > 2 mm Hebung > 5 mm Senkung > 2 mm Senkung > 5 mm
Cottbus (Lausitz)2.04318,2 %4,4 %0,2 %0,1 %
Bottrop (Ruhrgebiet)1.6310,0 %0,0 %57,4 %3,7 %
Gelsenkirchen (Ruhrgebiet)3.1930,0 %0,0 %53,6 %2,3 %
Recklinghausen (Ruhrgebiet)1.9760,0 %0,0 %39,3 %0,1 %
Völklingen (Saarland)1.7030,7 %0,0 %4,2 %0,2 %
Saarbrücken (Kontrolle, Saarland)3.5297,5 %0,1 %0,9 %0,1 %

Bottrop ist der schärfste Befund. Mehr als die Hälfte aller EGMS-Messpunkte im Wohngebiet senkt sich mit über zwei Millimetern pro Jahr, knapp vier Prozent sogar mit über fünf. Im Vorgänger-Release 2019 bis 2023 waren es 36,8 % über zwei und 4,9 % über fünf. Die breite Senkung hat sich also um rund zwanzig Prozentpunkte verstärkt.

Gelsenkirchen zeigt ein etwas anderes Muster: Die breite Senkung über zwei Millimeter ist mit 53,6 % ähnlich hoch wie in Bottrop, der Anteil über fünf Millimeter ist mit 2,3 % jedoch erstmals signifikant. In der Vorperiode 2019 bis 2023 lag dieser Anteil bei 0,0 %.

Die Hebung, die nach dem Auslaufen des Pumpregimes erwartet würde, ist in keiner der drei Ruhrstädte messbar. Es gibt sie als kleinräumige lokale Phänomene, der RAG-Hebungsmonitor weist sie an einzelnen Punkten aus. Im flächigen Wohngebiets-Schnitt erreicht sie keine Größenordnung, die in der EGMS-Auflösung sichtbar wäre.

Die Kausal-Frage, warum sich der Untergrund weiter senkt, lässt sich aus EGMS allein nicht beantworten. Plausibel sind mehrere überlagerte Mechanismen: fortgesetzte Bergbau-bedingte Konsolidierung in den ehemaligen Abbau-Feldern, Setzungen über alten Stollen und Schächten, sowie hydrologische Effekte aus dem Grubenwasser-Konzept der RAG, das eine kontrollierte Anstiegsphase mit weiterhin laufendem Pumpregime vorsieht. Das Konzept sieht vor, das Grubenwasser bis zum Zulassungsniveau zwischen 2030 und 2033 ansteigen zu lassen; Hebungs-Prognosen beziehen sich auf diesen Endzustand, nicht auf die aktuelle Zwischenphase.

Wirkt die Maßnahme schon?

Eine berechtigte Anschluss-Frage: Wenn das schrittweise Zurückfahren des Pumpregimes tatsächlich wirkt, müssten wir zunächst eine Verlangsamung der Senkung sehen, dann einen Stillstand, dann eine Umkehr in Hebung. Die Hebung steht am Ende der Kette, nicht am Anfang.

Im Vergleich der beiden EGMS-Releases sehen wir diese Verlangsamung nicht. Im Wohngebiet Bottrop senken sich heute zwanzig Prozentpunkte mehr Messpunkte mit über zwei Millimetern pro Jahr als im Vorgänger-Release. Die ganz extremen Werte (>5 mm/Jahr) sind allerdings leicht zurückgegangen, von 4,9 % auf 3,7 %. Eine Lesart: die Senkung verteilt sich breiter über die Wohnfläche, statt sich auf wenige Hotspots zu konzentrieren.

Die wichtigere Lesart ist eine zeitliche. Das offizielle Integrale Monitoring lief erst im August 2020 an, das Zielniveau des Anstiegs soll erst Mitte der 2030er erreicht werden. Der gesamte EGMS-Beobachtungszeitraum 2020 bis 2024 zeigt damit den Beginn der Anstiegsphase, in der das Pumpregime noch fast vollständig läuft und nur sehr kontrolliert zurückgefahren wird. Eine erste messbare Wirkung wäre erst zu erwarten, wenn der Wasserspiegel an den zentralen Wasserhaltungsstandorten den entscheidenden Sprung nach oben macht. Das ist in dieser Periode noch nicht passiert. Wir sehen nicht das Ende einer Bergbau-Wende, wir sehen ihren Anfang.

Methodische Einschränkung dabei: Beide EGMS-Releases sind 4-Jahres-Mittelwerte und überlappen drei Jahre. Der einzige echte Unterschied zwischen ihnen ist, dass das Jahr 2019 aus dem Fenster fällt und 2024 neu hinzukommt. Eine wirklich saubere Trend-Aussage braucht Zeitreihen pro einzelnem Messpunkt (EGMS L2b mit etwa 240 Beobachtungen pro Jahr), die wir adressbezogen auswerten, nicht regional aggregieren.

Wohngebiete im Ruhrgebiet: Anteil der EGMS-Messpunkte mit Senkung über Schwellwert
Ruhrgebiets-Wohngebiete im Periodenvergleich. Anteil der EGMS-Messpunkte mit Senkung über 2 mm/a. Die Senkung verstärkt sich im neueren Beobachtungsfenster.
28,0 %
Ibbenbüren, WohngebietHebung über 2 mm/Jahr · 13,1 % über 5 mm · drucklose Wasserhaltung

Ibbenbüren: ein anderes Konzept, ein anderes Ergebnis

Die letzte deutsche Steinkohle-Zeche schloss im Dezember 2018 in Bottrop. Die andere, fast unbemerkt, schloss zur gleichen Zeit im westfälischen Ibbenbüren. Im Ruhrgebiet sehen wir nach sechs Jahren keine flächige Hebung. In Ibbenbüren sehen wir sie: 28,0 % der Wohngebiets-Messpunkte heben sich über zwei Millimeter pro Jahr, 13,1 % über fünf Millimeter. Der Maximalwert liegt bei +26,4 Millimeter pro Jahr. Der Median der Wohngebiets-Messpunkte ist mit +0,10 mm/Jahr leicht positiv, ein Vorzeichen-Wechsel gegenüber dem Ruhrgebiet, wo der Median bei minus zwei Millimetern liegt.

Der Unterschied liegt nicht in der Geologie, sondern im Wasserhaltungs-Konzept. Die RAG-Stiftung verantwortet beide Standorte, hat sich aber für zwei sehr verschiedene Lösungen entschieden.

Im Ruhrgebiet bleibt das Pumpregime an sechs zentralen Standorten dauerhaft in Betrieb (Lohberg, Walsum, Heinrich, Friedlicher Nachbar, Robert Müser, Haus Aden). Das Grubenwasser wird bis zum Zulassungsniveau aufgestaut, dort permanent gehalten und an die Oberfläche gehoben, bevor es in Emscher und Rhein eingeleitet wird. Das ist die Konstruktion einer Ewigkeitsaufgabe: Pumpen, solange der Bergbau zurückreicht.

In Ibbenbüren entschied sich die RAG für einen drucklosen Abfluss. Nach Erreichen des Zielniveaus von +63 Metern über Normal-Null in der ehemaligen Westfeld-Grube laufen die Pumpen nicht mehr. Ein neuer 7,4 Kilometer langer Grubenwasser-Kanal transportiert das Wasser per Schwerkraft zur Aufbereitungsanlage Gravenhorst. Die Menge des anfallenden Grubenwassers reduziert sich um rund 80 %, der Salzgehalt langfristig auf etwa ein Hundertstel. Strombedarf der Pumpen während des Betriebs entsprach dem von rund 12.900 Haushalten; dieser Verbrauch entfällt nach Abschluss des Anstiegs.

Die EGMS-Daten zeigen direkt, was diese Konzept-Wahl bedeutet. Wo das Grubenwasser auf sein natürliches Niveau steigen darf, hebt sich der Boden. Wo es dauerhaft tief gehalten wird, sinkt er weiter. Welche der beiden Konzeptionen für eine Region die richtige ist, hängt von Hochwasser-Schutz, Trinkwasser-Schutz, Bergschadens-Folgen und kommunaler Infrastruktur ab. Aber das Datenbild zeigt, dass die Entscheidung messbare Folgen für Hauskäufer hat.

0,5 % / 76 %
Weißwasser: Wohngebiet im Vergleich zum Tagebau-VorfeldStadt-Headline kippt: der Residential-Schnitt ist ruhig, der südwestliche Quadrant zeigt heftige Senkung

Weißwasser: warum die Stadt-Headline kippt

Die Stadt Weißwasser in der Oberlausitz liegt direkt am aktiven Braunkohle-Tagebau Nochten der LEAG. Im 5-Kilometer-Kreis um den Stadtmittelpunkt zeigt EGMS einen extremen Senkungs-Befund: 29,5 % der Messpunkte senken sich mit über fünf Millimetern pro Jahr, der Minimumswert liegt bei −74 Millimetern pro Jahr.

Auf den ersten Blick wäre das eine spektakuläre Stadt-Headline. Im Residential-Schnitt, also bezogen auf das tatsächlich bewohnte Stadtgebiet, sieht das Bild aber komplett anders aus: 0,5 % Senkung über zwei Millimetern pro Jahr, 0,0 % über fünf.

Die Differenz ist eine räumliche. Aufgeschlüsselt nach Himmelsrichtung um den Stadtmittelpunkt zeigt sich, dass die gesamte Senkung im südwestlichen Quadranten liegt, also Richtung Tagebau Nochten:

Quadrant um Weißwasser-Zentrum n Messpunkte Senkung > 2 mm Senkung > 5 mm Min mm/a
Südwesten (Tagebau Nochten)94276,0 %66,8 %−73,6
Südosten (Richtung Reichwalde)60838,3 %17,6 %−19,1
Nordwesten5295,3 %1,5 %−9,1
Nordosten5441,7 %0,2 %−6,6

Im südwestlichen Quadranten senken sich zwei Drittel aller Messpunkte mit über fünf Millimetern pro Jahr, der Median bei rund −16 Millimetern, Einzelwerte bis −74. Das sind Werte, die in keiner anderen Wohnstadt Deutschlands gemessen werden. Sie liegen aber alle im Tagebau-Vorfeld, also auf den von der LEAG entwässerten und mit Abraum gefüllten Flächen. Die nordöstlichen und nordwestlichen Quadranten, in denen das tatsächliche Stadtgebiet liegt, zeigen Hintergrund-Rauschen unter 2 % Senkung.

Anders als im Ruhrgebiet ist die Bergbau-Aktivität in der Lausitz nicht beendet. Die LEAG hat im Juni 2025 Pläne veröffentlicht, im Tagebau Nochten bis 2038 rund 110 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern; auch der benachbarte Tagebau Reichwalde soll bis 2038 ausgekohlt werden. Solange die Tagebaue aktiv entwässern, bleibt die Senkung im Sümpfungstrichter messbar. Eine Bergbau-Wende im Sinne der Steinkohle gibt es in der Lausitz erst nach 2038.

Eine Headline „Weißwasser senkt sich um bis zu sieben Zentimeter pro Jahr" wäre numerisch korrekt, aber inhaltlich irreführend. Die Bewegung ist real, sie betrifft aber den aktiv abgebauten Tagebau, nicht die bewohnte Stadt. Wer eine Adresse in Weißwasser prüfen will, bekommt nur Klarheit, wenn EGMS-Daten nicht stadt-pauschal, sondern adressbezogen ausgewertet werden.

Weißwasser: drei Polygon-Methoden im Vergleich, Senkung über 5 mm pro Jahr
Weißwasser, drei Polygon-Methoden im Vergleich. Der 5-Kilometer-Kreis und das Stadt-Verwaltungs-Polygon enthalten den Tagebau Nochten und zeigen entsprechend starke Senkung. Der Residential-Schnitt auf 5,8 km² bewohntes Stadtgebiet zeigt keine Wohngebiets-Senkung.
Was Behörden und Bergbau-Betreiber sagen (Akteurs-Übersicht)

EGMS ist nicht der einzige Datendienst zu Bodenbewegung in Deutschland. Wer den Befund einordnen will, sollte vier weitere Quellen kennen, weil sie unterschiedliche Akteure mit unterschiedlichem Interesse abbilden.

Der Bodenbewegungsdienst Deutschland (BBD) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) liefert seit 2019 eine bundesweite, frei zugängliche Persistent-Scatterer-Auswertung auf Sentinel-1-Basis. Die Auflösung und der Algorithmus unterscheiden sich von EGMS, die Größenordnungen sind aber vergleichbar. Eine Cross-Verifikation einzelner Befunde gegen BBD ist üblich.

Das Bodenbewegungskataster Nordrhein-Westfalen der Bezirksregierung Köln liefert die amtliche Sicht auf das Ruhrgebiet. Es enthält detaillierte historische und aktuelle Senkungs- und Hebungs-Daten und ist eine zentrale Quelle für jede Aussage zu Steinkohle-Folgen.

Im aktiven Tagebau-Betrieb sieht die Verantwortung anders aus. Die RWE Power AG betreibt die drei Tagebaue Hambach, Garzweiler und Inden bis zum vom Bund vorgezogenen Braunkohleausstieg 2030. Bis dahin läuft die Sümpfung weiter, weil sonst die Tagebau-Sohle absaufen würde. Die im EGMS sichtbaren Senkungen im Wohngebiet Niederzier (94 %) oder Bedburg (61 %) sind die direkte Folge dieses Pumpregimes; sie werden mit dem Auslaufen des Tagebaubetriebs zurückgehen, aber nicht sofort, weil Restlöcher und Tagebauseen über Jahrzehnte rekultiviert werden.

Die RAG Aktiengesellschaft betreibt seit 2018 das Grubenwasser-Management des ehemaligen deutschen Steinkohle-Bergbaus. Im Konzept des Integralen Monitorings (Bezirksregierung Arnsberg) ist beschrieben, dass das Grubenwasser an sechs zentralen Wasserhaltungs-Standorten gehoben wird; der Standort Lohberg in Dinslaken soll nach 2030 die größte Zentrale Wasserhaltung in NRW werden. Die Hebungs-Modellierung der RAG bezieht sich auf den Gesamtanstieg bis zum Zulassungsniveau, das voraussichtlich zwischen 2030 und 2033 erreicht wird.

Die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, eine Tochter der RAG-Stiftung, verantwortet das Grubenwasser-Konzept Ibbenbüren mit drucklosem Kanal und vollständigem Pumpen-Verzicht nach Erreichen des Zielniveaus. Das ist ein deutlich anderer Ansatz als im Ruhrgebiet und macht Ibbenbüren zum Referenz-Fall, wenn man die Frage stellt, wie eine Bergbau-Wende baulich aussehen kann.

In der Lausitz dokumentiert die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Flutung der ehemaligen Tagebaurestlöcher und den Grundwasserwiederanstieg. Für den Cottbuser Ostsee, dessen Flutung mit Spree-Wasser am 12. April 2019 freigegeben wurde, veröffentlicht sie regelmäßige Status-Updates zur Wasserstand-Entwicklung. Die geplante Wasserfläche beträgt rund 1.900 Hektar, das entspricht etwa 19 Quadratkilometern.

Im Saarland läuft das Genehmigungsverfahren zum Grubenwasser-Anstieg seit dem RAG-Antrag von 2017. Die Bergbehörde Saarland hat im Sommer 2021 Genehmigungen erteilt, die raumordnerische Zulassung ist seitdem beklagt und liegt noch nicht rechtskräftig vor. Eine Studie nennt rund 600.000 potenziell Betroffene, etwa zwei Drittel der Saarland-Bevölkerung. Die Initiative IGAB-Saar (Landesverband der Bergbaubetroffenen) hat über 1.100 Einwendungen im Planfeststellungsverfahren eingereicht und eine Online-Petition gegen die Genehmigung des Anstiegs auf −320 Meter NHN gestartet. Behördliche Gutachten erwarten beim kontrollierten Anstieg Hebungen im Zentimeter-Bereich, basierend auf Erfahrungswerten aus dem benachbarten Lothringer Revier; signifikante Bergschäden werden nicht prognostiziert.

Was das für Hauskäufer und Eigentümer heißt

Die Zahlen in diesem Artikel sind nicht alarmistisch gemeint. Eine flächige Wohngebiets-Senkung von zwei bis drei Millimetern pro Jahr, wie sie das Ruhrgebiet aktuell zeigt, ist für ein einzelnes Haus über ein Jahrzehnt eine Veränderung in der Größenordnung von zwei bis drei Zentimetern. Das ist messbar, aber in den meisten Fällen baulich unkritisch. Schäden entstehen vor allem dort, wo sich unterschiedliche Teile eines Gebäudes ungleich bewegen, also bei Setzungsdifferenzen.

Trotzdem sind die Daten relevant. Drei Punkte sollten Käufer und Eigentümer aus einer Stadt-Headline mitnehmen:

Erstens, der Unterschied zwischen Stadt-Zahl und Adress-Zahl ist groß. Eine Zahl wie „in Weißwasser senken sich 30 % der Messpunkte über fünf Millimetern pro Jahr" oder „in Bottrop 57 %" sagt nichts über eine konkrete Adresse. Sie sagt etwas über das Stadtgebiet im Mittel. Wer Bauen oder Kaufen plant, sollte die Bewegung an der eigenen Adresse prüfen, idealerweise im Radius weniger hundert Meter um das Gebäude.

Zweitens, die Geschwindigkeit ist die wichtigere Größe als das Vorzeichen. Hebung um drei Millimeter pro Jahr und Senkung um drei Millimeter pro Jahr sind beide auffällig, aber selten kritisch. Werte über fünf Millimeter pro Jahr (in beide Richtungen) lohnen eine genauere Betrachtung. Werte über zehn Millimeter pro Jahr sind ein klarer Anlass für ein bautechnisches Gutachten.

Drittens, der Mechanismus ist die zweite wichtige Größe. Hebung im Cottbuser Ostsee-Umfeld folgt einem dokumentierten Mechanismus (LMBV-Flutung) und einem geplanten Endzustand. Senkung im Ruhrgebiet folgt einem überlagerten Mechanismus (Steinkohle-Konsolidierung plus Grubenwasser-Konzept) ohne kurzfristig absehbaren Endzustand. Beides bewegt sich messbar, beides ist nicht automatisch kritisch, aber beides verändert sich anders im Zeitverlauf.

Viertens, in ehemaligen Steinkohle-Regionen gibt es eine eigene Rechts-Schiene: den anerkannten Bergschaden. Die RAG reguliert dokumentierte Bergbau-Folgeschäden über die Bergschadens-Vereinbarung, entweder durch Handwerksleistung oder durch Zahlung. Der Anspruch hängt am Eigentümer zum Zeitpunkt des Schadens. Hat der Verkäufer einer Immobilie bereits Geld erhalten und der Übertragungskette ist die Forderung nicht ausdrücklich übergeben, ist der Anspruch für den Käufer verloren. Es lohnt sich beim Kauf in NRW oder im Saarland, das Grundbuch auf einen eingetragenen Bergschadensverzicht zu prüfen. Ist ein Verzicht eingetragen, geht er auf alle Folge-Käufer über und kann die Finanzierung erschweren, weil viele Banken eine kategorische Klausel gegen Bergschadensverzicht im Beleihungswert führen.

Methodik im Detail (Datengrundlage, Polygon-Varianten, Trend-Limitation)

Datengrundlage ist EGMS L3 Vertikalvelocity, Release 2020 bis 2024, gefiltert auf Deutschland (10,8 Millionen Punkte). Die Verschneidung mit Stadtgebieten erfolgt in drei Varianten: 5-Kilometer-Kreis um den amtlichen Stadtmittelpunkt, Stadt-Verwaltungs-Polygon aus OpenStreetMap-Administrationsgrenzen (admin_level 6 für kreisfreie Städte), und Residential-Polygon (Verschnitt von landuse=residential-Flächen mit dem Stadt-Polygon). Die Quadranten- und Distanz-Aufrisse für Cottbus und Weißwasser arbeiten mit dem 5-Kilometer-Kreis, weil dort die räumliche Variation am stärksten ist; alle Hauptzahlen pro Stadt stammen aus dem Residential-Schnitt.

Wir haben die Auswertung zusätzlich gegen das Vorgänger-Release 2019 bis 2023 verglichen, um zu prüfen, ob die Headlines stabil bleiben. Die Lausitz-Befunde bleiben qualitativ gleich, die Cottbus-Hebung ist in der neueren Periode etwas schwächer. Die Ruhrgebiets-Senkungen sind in der neueren Periode messbar stärker. Saarland ist in beiden Perioden vergleichsweise ruhig.

Limitation der Trend-Aussage: Beide EGMS-Releases sind 4-Jahres-Mittelwerte der Vertikalvelocity. Sie überlappen drei Jahre. Der einzige echte Unterschied zwischen den Fenstern ist, dass 2019 entfällt und 2024 neu hinzukommt. Aussagen über Beschleunigung oder Verlangsamung der Bewegung sind aus zwei sich überlappenden Mittelwerten nicht sauber ableitbar; sie brauchen Zeitreihen pro einzelnem Messpunkt (EGMS L2b, etwa 240 Beobachtungen pro Jahr). Wir werten die Zeitreihen adress-bezogen aus, nicht regional aggregiert. Detaillierte Methodik und alle Skripte finden Sie unter bodenbericht.de/methodik/bergbau-wende/.

Fragen zur Methode oder zu einzelnen Werten an bericht@bodenbericht.de.

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Setzung und Hebung im Glossar · Käufer-Konsequenz · Stadt-Übersicht

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